Dienstag, 24. Januar 2012

Rezension: Tom Piccirilli - Der Geruch von Blut

Rezension: Tom Piccirilli - Der Geruch von Blut

Geschärfte Sinne

Finn ist ein Ex-Polizist und blind. Nach dem Verlust seiner Frau und seines Augenlichtes arbeitet er an einem Internat als Lehrer und versucht seine Vergangenheit zu vergessen. Im größten Schneetreiben findet er ein grausam zugerichtetes Mädchen. Es warnt ihn vor Gefahr, vor dem Tod. Die alten Geschichten holen ihn wieder ein, das Gefühl von Rache und Schuld steigen in ihm auf.Die Begegnung zerrt ihn in einen Strudel von Verrat und Korruption und ein Verdacht läßt ihn noch tiefer in die Katastrophe gleiten.

Tom Piccirilli ist ein amerikanischer Autor, aufgewachsen in New York. Er wurde bereits vier mal mit dem Bram Stoker Award ausgezeichnet und nominiert für den World Fantasy Award.

Heyne Hardcore
Das Cover mit dem schwarz - weiß gezeichnetem Wald und dem Blutfluss hatten mich dazu gebracht, mir das Buch näher anzuschauen. Nach der kurzen Inhaltsangabe auf der Buchrückseite war klar: Das muss ich lesen. Die ersten Seiten waren schnell verschlungen, in mir regte sich aber langsam etwas Langeweile. Außer Rückblicke und diversen Gefühlslagen des Hauptcharakters Finn ließ jede Spannung auf sich warten. Mit dem gefundenen Mädchen dachte ich dann, jetzt gibt es die Wende. Neugierig las ich weiter, doch Enttäuschung machte sich bald wieder breit. Erneut kamen Szenen aus der Vergangenheit. Natürlich sind diese wichtig für den gesamten Aufbau, damit man dem Gefühlschaos folgen kann. Doch mich interessierte das wenig. Ich hatte ein Heyne Hardcore Buch vor mir liegen und musste auf Hardcore warten. An einigen Stellen wurden schließlich doch mal Messer gewetzt und es floss auch mal Blut, doch meiner Meinung nach gibt es wesentlich härter geschriebene Bücher, die nicht unter dem Label "Hardcore" laufen, es aber eher verdient hätten. Die Geschichte an sich ist stimmig und hat einen roten Faden, der nicht unterbrochen wird, man spürt die Verzweiflung Finns und versucht sich vorzustellen, wie es einem selber gehen könnte, als Blinder, in diesen Situationen. Es ist bewundernswert, wie er mit seiner Behinderung umgeht und immer den richtigen Weg einschlägt, die geschärften Sinne kommen ihm da zugute. Erleichtert schloss ich nach der letzten Seite das Buch. Hätte ich es doch am liebsten schon nach 100 Seiten wieder zurück in den Schrank gestellt. Fazit: Geschichte und Aufbau durchaus interessant und lesenswert, wer Horror, Grusel und Hardcore erwartet sollte sich lieber ein anderes Buch kaufen.

2/5

Autor: Tom Piccirilli
Verlag: Heyne Hardcore 2011
304 Seiten
8,99 Euro

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