Montag, 12. März 2012

Konzertreview: 09.03.2012 Feuerschwanz, Spectaculum Mundi

Den Auftakt zu einer tollen Konzertreihe im Spectaculum Mundi machten an dem Abend die Mittelaltermusikgruppe Feuerschwanz.
Diesmal wollten sie mit ihrem Unplugged Programm ihre Fans begeistern. Das Spectaculum öffnete pünktlich die Tore und bot, wie immer, ausreichend kleine Snacks zu fairen Preisen an. Das Chili und die Baguettes sind durchaus empfehlenswert. Dem Aufruf, mit Feuerschwanz zu feiern folgten in diesem Jahr nicht ganz so viele wie im letzten. Die kleine Halle bot somit genug Platz und man musste nicht mit dem Nachbarn eng aneinandergepresst dem Konzert lauschen. Doch die Fans, die angereist waren, machten Stimmung für Hunderte. Sie tanzten, grölten, wirbelten wild durch die Gegend und zogen mit einer Polonaiseschlange durch den Raum.



Musikalisch bemerkte ich kaum einen Unterschied, natürlich waren sie mit Akkustikinstrumenten auf der Bühne, aber irgendwie kam die Wirkung nicht an. In gewohnter Feuerschwanzmanier wurden blöde Witze gerissen, Prinz Hodenherz verwandelte sich wieder in Prinzessin und Fee. Das Programm bot nicht wirklich Überraschungen. Die Miezen hatten sie zu Hause gelassen und Gott sei Dank auch die peinliche Metmaschine "MAMA". Das muss ich ihnen schon fast hoch anrechnen. Etwas fiel mir auf, die Begeisterung für die alten Songs war wesentlich höher als für die neuen. Sie sind definitiv ansprechender und der Inhalt lässt sich noch mit Mittelaltermusik vereinbaren. Gesanglich passte alles. Die Stimmen der zwei Frontmänner können etwas, die Klangart des Hauptmanns fasziniert mich immer wieder. Eigentlich schade, dass da nicht mehr draus gemacht wird. Eine Besonderheit gab es an dem Abend, ein Livedebüt. Der Titel "Albrecht, der Bruchpilot" kam recht gut an. Mir hat auch der Inhalt zugesagt, in dem es um einen alten Schreinermeister geht, der wünscht, zu fliegen und alles dafür gibt, um das auch zu erleben. Auch der Titel "Symposium" ist immer wieder ein Genuss, dagegen wirkte der kleine Ausflug in die Piratenecke etwas fehl am Platz.



Am Ende gab es, auch wie immer, oh Wunder, die Biertaufe. Zwei Zuschauer ließen diese Zeremonie über sich ergehen, aber leider ist das auch nichts Besonderes mehr.

Fazit: Ich hatte mir von dem Unplugged Auftritt wesentlich mehr erwartet, allerdings wirkten Feuerschwanz an diesem Abend erheblich seriöser und man konnte sie als Gruppe auch ernst nehmen. Das hatten sie vor allem der fehlenden Metmaschine zu verdanken. Gut, für sie geht das Konzept auf, aber wie lange noch?

Weitere tolle Bilder von Peter Seidel: http://www.metalspotter.de/konzerte/feuerschwanz-09.03.2012/

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